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Schüler des OSZ Gesundheit nehmen an Planspiel der Friedrich-Ebert-Stiftung zu Flucht und Asyl teil

Volle Flüchtlingsboote, hunderte Ertrunkene, zahlreiche Massenunterkünfte, Offenheit, Toleranz, Menschlichkeit, Asylrecht, Hilfsbereitschaft, Pegida, brennende Flüchtlingsheime, Rechtextremismus oder Boateng als Nachbarn; Dies sind die Schlagwörter, die in dem letzten Jahr die Medien beherrschten.

Flucht und Asyl haben viele Gesichter, die wir - die E-Klasse von Frau Blüher - uns einmal genauer angeschaut haben. Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat hierzu ein zweitägiges Planspiel entwickelt, welches facettenreicher kaum sein kann. Wir haben uns nicht nur mit den Ursachen und den Auswirkungen der Flüchtlinge beschäftigt, sondern auch mit den Institutionen, Ländern und Einzelschicksalen, die alle eine wichtige Rolle spielen. In der Schule sowie in den Medien wird immer wieder davon berichtet, dass Diktaturen, Verfolgungen, Bürgerkriege, Armut und soziales Elend die Gründe sind, weshalb Menschen fliehen. Es ist schwierig, sich das vorzustellen. Man hört das oder sieht Bilder, aber was das eigentlich bedeutet, war uns nicht ganz so klar. Erst als wir mit einzelnen Flüchtlingen, denen die Flucht geglückt war, sprechen durften, wurde uns vor Augen geführt, dass so eine Flucht alles andere als leicht war. Von den Gefahren, dass das überladene Boot kentern könnte, der Schleuser, dem man vorher viel Geld gegeben hat, einen ausraubt oder erschießt, die Grenzsoldaten einen aufhalten und nicht passieren lassen, berichteten uns die sechs Flüchtlinge so emotional, dass wir danach sehr lange erst einmal über all das Gehörte nachdenken mussten. Fast alle von uns haben erkannt, wie gut es uns gerade geht. Wie schön es ist, in einem sicheren Land zu leben, wo Krieg weit weg scheint. Die Ängste, welche die  sechs Flüchtlinge haben, sind für uns fremd und wirken dadurch so unreal. Aber sind sie das wirklich? Sind wir hier in Deutschland wirklich sicher?

Wir schlüpften dann auch in die Rolle der einzelnen EU Länder und der Nationen, die von dem Flüchtlingsstrom, der nicht wirklich abzureißen scheint, hinein. Die unterschiedlichen Interessen, die unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten und die unterschiedliche Handhabe mit den Flüchtlingen waren uns so auch nicht bewusst. Aber dass dieser Streit, innerhalb der einzelnen Länder und innerhalb der EU, unsere Grundwerte in unserem Land, in unserer Demokratie erschüttert, das haben wir nicht nur erarbeitet, sondern auch bewusst gespürt.

Das Schicksal der einzelnen Menschen – Menschen wie du und ich – liegt nicht unbedingt nur in den Händen desjenigen der die Flucht wagt, sondern auch in denen der Politiker, Grenzsoldaten, Asylbewilligenden, Schleusern, und insbesondere auch bei in unseren.

Nach diesem Workshop ist uns klar geworden, dass das WIR Gefühl nicht nur mit dem Fußballspiel aufhören darf. WIR bedeutet Menschlichkeit, WIR bedeutet Solidarität, WIR bedeutet Engagement, WIR bedeutet Nächstenliebe und WIR sind eine Gemeinschaft, die Gemeinschaft der Menschen. Das dürfen wir nicht vergessen.  

Text: Jenny Blüher