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Lernen am OSZ Gesundheit I

Lern- und Unterrichtsmethoden

Guter Unterricht ist das Merkmal einer guten Schule. Was wir für gut und wichtig halten, sollte sich also auch in den Unterrichtsmethoden widerspiegeln. Ziel des Unterrichts ist unserer Meinung nach nicht nur die Vorbereitung der Abschlussprüfungen, sondern auch die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung unserer Schüler, die als junge Erwachsene zu uns kommen. Als eigenständige Persönlichkeiten sollen sie sich im (Berufs-) Leben selbst organisieren, ihre Meinung vertreten und in einem interdisziplinären Team als aktiver Part agieren können.

Um das zu erreichen, fördern wir die Eigenverantwortlichkeit der Schüler. Wir wollen sie befähigen, als selbständig Handelnde in den Mittelpunkt des Unterrichts zu treten und ihr eigenes Lernen selbst zu steuern. Das ist aber nur möglich, wenn wir ihnen die Möglichkeit einräumen, sich selbst und im Team mit Inhalten auseinanderzusetzen. Sie lernen, wie sie individuell am besten lernen, wie sie Inhalte erarbeiten, präsentieren, vermitteln.

Entsprechend findet der Unterricht in unterschiedlichen Forman statt. So gibt es immer wieder Gruppenphasen, in denen die Schüler sich den Unterrichtsstoff selbst erarbeiten und dem Rest der Klasse präsentieren. Der Lehrer fungiert dabei als Berater und Betreuer.

Die Lehrkräfte unserer Schule haben natürlich auch Berufserfahrung in ihrem jeweiligen Ausbildungsbereich und können den praktischen Teil der Ausbildung nachvollziehen und den Schülern auch in konkreten Sachfragen zur Seite stehen.

Wir fördern zudem die Öffnung der Schule nach außen. Einerseits binden wir externe Fachleute in den Unterricht ein, andererseits unternimmt jede Klasse Exkursionen und/ oder Praktika in externen Einrichtungen. Dies soll verdeutlichen, dass Lernen nicht auf den Ort der Schule begrenzt ist und eröffnet die Perspektive, zu erkennen, dass Lernen ein lebenslanger Prozess ist.

PSE – ist das eine ansteckende Krankheit?

 

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    Foto: Lehrer bei der PSE-Fortbildung

Vor einigen Jahren schreckte eine einprägsame Abkürzung die Schüler, Lehrer und Eltern auf: PISA. Die PISA- Studie zeigte, dass die deutschen Schüler(innen) im internationalen Vergleich eher nur Mittelmaß sind.

Andere europäische Länder, allen voran die skandinavischen wie Finnland und Schweden, wiesen weit bessere Ergebnisse auf – und sind somit besser auf die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte vorbereitet.

Woran lag (und liegt) es? Oder herausfordernd gefragt: Sind die Schüler zu schwach, sind die Lehrer unfähig, kümmern sich die Eltern nicht? Wahrscheinlich etwas von allem - mal mehr, mal weniger.

In Berlin packen einige Schulen das Problem an und versuchen zusammen mit den Schülern das Problem PISA zu meistern. PSE, die Pädagogische Schulentwicklung, soll die Berliner Antwort auf PISA sein. Unser OSZ Gesundheit I ist eine von vielen Modellschulen in Berlin, an der neue Unterrichtsmethoden eingeführt werden sollen.

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Foto: Die PSE-Trainerinnen
Fr. Jäger und Fr. Münter

Mehr als ein Drittel der Lehrer der Abteilung I sind schon gleich in der ersten Phase mit dabei (weitere Kollegen folgen in der zweiten Phase) und lernen die neuen Unterrichtsmethoden – mit den neuen Methoden.

Für die Anwendung der PSE – Unterrichtsmethoden sind verschiedene Klassen in der 1-jährigen Berufsfachschule sowie einige Berufsschulklassen der Medizinischen Fachangestellten ausgewählt worden (siehe Kasten). Alle neuen Klassen der Tiermedizinischen Fachangestellten, der pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten, Kaufleute im Gesundheitswesen, Fachangestellten für Medizinische Dokumentation und Sekretärinnen im Gesundheitswesen werden teilweise auch mit PSE- Methoden unterrichtet.

 

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    Foto: Die Teamarbeit wird in Zukunft
    viel öfter den Unterricht auflockern.

Was ändert sich? Kurz zusammengefasst: Der Lehrer verwandelt sich zum Trainer und Berater der Schüler.Was bedeutet das konkret für den Unterricht? Bislang war es oft so, dass der Lehrer mit den Schülern in Frage- Antwort- Situationen, Fragenarbeitsbögen und ähnlichen Variationen den Lernstoff erarbeitete. Ab und zu durfte/ konnte/ musste der Schüler ein Referat vor der Klasse halten.Idealerweise soll der Unterricht der Zukunft eher so ablaufen, dass die Schüler allein oder im Team selbstständig lernen oder sich gegenseitig unterrichten.Durch das Üben von Präsentationstechniken werden die Schüler(innen) besser auf die zukünftigen praktischen/ mündlichen Abschlussprüfungen vorbereitet. Die Schüler werden dabei von dem Lehrer beobachtet und beraten. Darauf müssen die Schüler mit Trainingseinheiten gründlich vorbereitet werden.

Informationen: LISUM

Beispiel für einen Tag Sockeltraining mit den Medizinischen Fachangestellten

Von Hartmut Gräfenhahn, Lehrer und Mitglied des PSE- Steuerungsteams am OSZ Gesundheit I

Das PSE-Projekt am OSZ Gesundheit I

Die Pädagogische Schulentwicklung (PSE) ist ein systemischer Ansatz der schulischen Qualitätsentwicklung. Im Zentrum steht die Verbesserung der Unterrichtsqualität, die als Aufgabe die gesamte Schule fordert.

Anders als andere Entwicklungsvorhaben zielt PSE auf die Reform der ganzen Schule. Als ein Prozess, dessen Phasen und Maßnahmen wechselseitig aufeinander bezogen sind und ineinander greifen, verbindet PSE Unterrichtsentwicklung mit Organisations- und Personalentwicklung.

pse4PSE geht auf die Einsicht zurück, dass eine neue Kultur des Lernens und Lehrens nur erfolgreich sein kann, wenn sie systematisch angelegt und institutionell verankert ist. Kernpunkte sind die Bildung von Teamstrukturen im Lehrerkollegium, die Einrichtung von Sockeltrainings für die Schüler und Schülerinnen, die konsequente Methodenpflege im Fachunterricht sowie das regelmäßige Abhalten von Teamklausurtagen, auf denen die Lehrer-/innen Trainings- und Lernspiralen nach dem Prinzip des eigenverantwortlichen Lernens und Arbeitens (EVA-Prinzip) entwerfen, neue Formen der Leistungsbewertung entwi­ckeln und die schulinternen Curricula um Kompetenzfahrpläne erweitern.

Die Schul- und Abteilungsleitung unterstützt diese qualitätsorientierte und selbstgesteuerte Schulerneuerung, indem sie Ressourcen bereitstellt und für eine Stundenplangestaltung sorgt, die funktionierende Klassenteams ermöglicht. Diese führen in Absprache mit dem Steuerungsteam die Sockeltrainings durch und koordinieren die Umsetzung methodenzentrierter Arbeitsphasen im Fachunterricht. Die Fachteams sind verantwortlich für die Erstellung von EVA-Unterricht, wofür ihnen Zeit auf Konferenzen oder Klausurtagen von den Schul-, Abteilungs- und Fachbereichsleitungen eingeräumt wird.

Die Schnittstelle zwischen dem Gesamtkollegium, den Lehrerteams sowie der Schulleitungsebene stellt das Steuerungsteam dar. Seine Funktion besteht in der Koordination des PSE-Prozesses. Zeit- und Arbeitsplanung, Konferenzmoderation und die Organisation von Fortbildungen gehören ebenso wie konzeptionelle Tätigkeiten für die Schulprogrammentwicklung, die interne Evaluation und die Öffentlichkeitsarbeit zu seinem Aufgabenbereich und sorgen für Kontinuität und Verbindlichkeit.

von André Slickers Lehrer und Mitglied des PSE- Steuerungsteams am OSZ Gesundheit I